KOI - Böttcher
KOI - Böttcher

Was ist eigentlich KHV

Das Koi-Herpes-Virus ist der Erreger der Koi-Seuche und befällt Koi und
Nutzkarpfen.

 

Wie alle Viren kann sich auch das Koi-Herpes-Virus nicht selbständig
vermehren, da ihm ein eigener Stoffweschsel fehlt. Die vom Virus
befallenn Fischzellen werden deshalb so umprogrammiert, dass in ihnen
neue Virsupartikel produziert und freigesetzt werden.

 

2. Woher kommt das KHV-Virus so plötzlich?

Das Virus wurde erstmalig 1998 aus israelischen Koi isoliert,
nachdem zuvor Massensterben in den USA, Europa und Israel auftraten.
Durch die globale Handelsstruktur konnte seitdem eine weltweite
Verbreitung von KHV beobachtet werden.

 

3. Welche Krankheitssymptome zeigen KHV infizierte Tiere?

Insbesondere während der warmen Jahreszeit un einer Wassertemperatur von 18°C bis 25°C treten die meisten KHV-Infektionen auf.

Erste Anzeichen sind:

  1. Appetitverlust
  2. Schnappatmung
  3. lethargisches Schwimmen
  4. erhöhte Schleimabsonderung

 

 

4. Wie verlaufen die Übertragungswege?

Übertragen wird KHV hauptsächlich über das Wasser bzw. den direkten
Fischkontakt. Eine Infektion über Fischparasiten, Wassergeflügel
(Enten, Fischreiher etc.) oder infizierte Fischereigeräte ist ebenfalls
möglich.

 

5. Warum ist das Virus so gefährlich?

Das Virus besitzt eine extrem hohe Ansteckungskraft (Infektiösität)
und kann Verluste von bis zu 100% verursachen. Ein enormes Risiko
stellen latent infizierte Fische (Carrierfische) dar. Äußerlich sind
die Tiere völlig gesund, sie können aber in Stresssituationen
(Transport, veränderte Haltungsbedingungen) Viruspartikel ausscheiden
und andere Tiere anstecken

 

 6. Wie kann eine KHV Infektion nachgewiesen werden?

  • Am Pilotfischefischen  anhand von Gewebeproben (Kieme, Niere, Gehirn) ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein sicherer Test möglich.
  • Am lebenden Fisch und anhand einer Kiemengewebeprobe ist mit einiger Sicherheit ein sicherer Test möglich. Sinnvoll in Verbindung mit Quarantäne + Wassertemperatur von 20-26 + Beisetzfisch aus dem alten Bestand
  • Einen 100% sicheren Nachweis gibt es derzeit nur bei akut infizierten Tieren

Zum Tema KHV möchte Ich hier auch verschiedene Artikel einsetzen.

Die von Herrn

Dr. P. Scheinert in Fischer & Teichwirt 7/2006  und Herrn Dr. Werner Hoedt in Oktober 2005 veröffentlicht wurden. 

Neues aus der Wissenschaft zum Thema KHV

Neue Erkenntnisse zur KHV-Erkrankung der Karpfen” stellte Dr. P. Scheinert vom Fischgesundheitsdienst Bayern in Grub vor.

 

Die Koi-Herpes-Viren dringen in die Zellen der Haut oder der Schleimhäute
ein, wo sie sich vermehren. Typisch für die Viren der Herpesfamilie
ist, dass sie nach einer überstandenen In­fektion nicht vollständig aus
dem Körper verschwinden. Sie gehen in ein Latenzstadium über und können
so im Organismus überleben. Wenn sie dann z. B. durch Stress
reaktiviert werden, kommt es zu einer meist abgemilderten Erkrankung.

 

Bei den Cypriniden war bis vor wenigen Jahren nur ein einziger Vertreter
der Herpesviren relevant, das Herpesvirus cyprini CHV, Erreger der
Karpfenpocken. Vermut­lich hat sich das KHV von Israel aus durch den
globalen Zierfischhandel weltweit ver­breitet. Es wird oral aufgenommen
und ge­langt über den Magen-Darmkanal inner­halb von 3-10 Tagen über
Leukozyten im Blut in die Niere. Ab dem 7. Tag nach der Aufnahme kann
die Ausscheidung über die Niere oder auch über den Hautschleim
erfolgen. Die Übertragung durch mit Schleim kontaminierte Gerätschaften
und Behälter stellt eine besondere Gefahr dar. Innerhalb weniger Tage
kommt es zum Massensterben aller Altersklassen.

 

Wie fast alle fischpathogenen Viren zeigt das KHV ein temperaturabhängiges
Aktivitätsmaximum, das bei Wassertemperatu­ren von 17-26 °C liegt. Die
Verbreitung und Übertragung erfolgt in erster Linie durch Neuzukauf
äußerlich gesunder, je­doch latent infizierter Fische, sogenannte
Carrier. Diese Fische haben den Erstkon­takt überlebt und können
vermutlich zeit­lebens das Virus beherbergen und phasen­weise
verbreiten, ohne dass sie selbst er­kranken. Der Nachweis des KHV im
aku­ten Krankheitsgeschehen ist inzwischen routinemäßig sehr gut
möglich. Die Metho­de der Wahl ist die Identifizierung von Virus-DNA
aus Organproben, aber auch aus Blut mittels PCR, kombiniert mit
klini­schen und histologischen Untersuchungen.

 

In den Jahren 2004 und 2005 konnten durch den FGD in Bayern jeweils von Juli
bis Ende September drei Fälle einer KHV-Infektion in Karpfenbetrieben
nachgewie­sen werden. Bei untersuchten Beifischar­ten (Brachsen,
Rotfedern, Rotaugen) und in Freigewässern wurde das Virus bis jetzt
noch nicht nachgewiesen. Eine medi­kamentöse Behandlung ist nicht
möglich. Die einzig sinnvolle Maßnahme zur Bekämpfung dieser
Fischseuche stellt die konsequente Vermeidung der Einschlep­pung in den
Bestand dar. Sicherheit bringt nur der Zukauf von KHV-freien
Be­ständen, Quarantäne mit Pilotfischen und strikte Einhaltung von
Desinfektions­maßnahmen sowie regelmäßige Kontroll­untersuchungen.

Im Falle eines gesicherten positiven Nachweises
sollte aus tierseuchenhygie­nischer Sicht eine Tötung des Bestandes
erfolgen. Teiche und Haltungssysteme sollten geleert und desinfiziert
werden und mindestens zwei Monate trocken ste­hen. Erst danach kann ein
Wiederbesatz erfolgen. Keinesfalls sollten erkrankte Fi­sche
weitergegeben oder verkauft werden.

Sogenannte Naturally Immune Fische (NIF) aus Israel, die gemeinsam mit er­krankten
Fischen gehalten werden und daher eine natürliche Immunität aufbau­en,
sind abzulehnen, da es der stillen Ein­schleppung und Verbreitung der
Seuche 
Türund Tor öffnet. Weitere Forschungen zur Erkrankung, Diagnostik und zur
Ent­wicklung eines zuverlässigen, standardi­sierten und in der Praxis
einsetzbaren Tests sind dringend erforderlich. Das KHV-Problem kann
darüber hinaus nur in enger Zusammenarbeit aller in der Fi­scherei
Verantwortlichen und Tätigen bekämpft werden.

KHV das Problem in den Letzten Jahren!

KHV, Koi Herpes Virus, die Koi-Krankheit die leider in diesem Jahren viel Unheil angerichtet hat.

Ich bin kein Tierarzt, sondern tiermedizinischer Laie,

 

deshalb mögen mir Fachleute die teilweise einfachen Erklärungen verzeihen. Ich
möchte mit diesem Beitrag nur versuchen die momentane Situation
bezüglich KHV darzustellen.

 

Deshalb eines vorweg, das große Problem bei der Erkennung einer Fischkrankheit
ist, das es sehr schwierig ist, am lebenden Objekt eine 100% richtige
Diagnose zu stellen. Neben den Lebensumständen, gibt es eine Vielzahl
von möglichen Ursachen und Erscheinungsbildern die eine eindeutige
Aussage oft erst nach einer Obduktion des toten Fische ermöglichen (und
dann nicht immer, siehe unten). Und selbst der dort gemachte Befund
lässt häufig nicht auf den eigentlichen Auslöser der Krankheit
schließen.

 

Diese Aussage trifft auf die herkömmlichen Erkrankungen durch Parasiten und
Bakterien schon zu, bei Erkrankungen durch Viren, ist es noch um
einiges schwieriger. Sind Viren doch keine eigenen Organismen, sondern
nur Erbgutstränge die sich in das Erbgut des befallenen Fisches
reinkopieren. (ganz stark vereinfacht)

Um nun eine Virusinfektion nachzuweisen gibt es bei Koi den PCR Test, eine Erklärung was das ist, finden sie im Artikel “was ist eigentlich KHV” ebenfalls auf unserer Homepage.

 

Das Problem ist nur, dass  ein latent infizierter befallener Fisch eine gewisse Menge an Viren aufweisen muss, bzw. im richtigen Gewebe zum richtigen Zeitpunkt gesucht werden muss,
damit auch der PCR Test ein positives Ergebnis liefert. Die Praxis der
letzten Jahre hat aber gezeigt, das es sehr wohl infizierte Fische
gibt, bei denen das PCR Ergebnis negativ ist, obwohl die Fische vermutlich sicher Virenträger sind. Seriöse Stellen machen auf dieses Restrisiko aufmerksam!

Etwa folgende Aussagen werden zu den Untersuchungsmöglichkeiten für latent infizierte Fische gemacht:

  1. Am toten Fisch und anhand von Gewebeproben (Kieme, Niere, Gehirn) ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein sicherer Test möglich.
  2. Am lebenden Fisch und anhand einer Kiemengewebeprobe ist mit einiger Sicherheit ein sicherer Test möglich. Sinnvoll in Verbindung mit Quarantäne + Wassertemperatur von 20-26 + Beisetzfisch aus dem alten Bestand
  3. Einen 100% sicheren Nachweis gibt es derzeit nur bei akut infizierten Tieren

Das wäre so lange nicht schlimm, würden wir keine neuen Fische kaufen. Nur
jeder von uns Koiliebhabern ist halt ein Sammler und wie bei jeder
Sammelleidenschaft muß hin und wieder ein neues Sammelobjekt hinzu. Bis
voriges Jahr gaben wir uns noch dem Traum hin, das Koi aus Japan alle
KHV frei sind, ein schöner Wunschtraum wie wir heute Wissen.

Dieser nicht 100% sichere Nachweis für KHV am lebenden Fisch bedeutet aber,
das wir mit jedem Koikauf das Risiko eingehen, einen Virusträger
zu erwerben. 

Und nicht nur wir als Endkunden, sondern auch Koihändler. Wir alle stehen
vor dem gleichen Problem. Uns kann es den Bestand kosten, den
Koihändler die Existenz.

 

Wie können wir mit dem Problem umgehen. Nun ich denke ganz wesentlich ist,
das auf grund des unsicheren Nachweises eine weitere Verbreitung der
Koibestände mit KHV nicht aufzuhalten ist. Selbst seriöse Händler haben
keine Chance sich davor zu schützen, infizierte Fische zu erwerben und
zu verkaufen. Von denen die bewusst infizierte Fische verbreiten, ganz
zu schweigen.

Wir als Kunden müssen uns darüber im Klaren sein, dass der Handel hier
machtlos ist, es gibt halt keine eindeutigen Tests. Deshalb finde ich
es persönlich sehr positiv, wenn ein Händler heute hin geht und
offensiv über diese Probleme spricht.

 

Koikauf ist heute mehr denn je Vertrauenssache und ich habe zu einem Händler
der mir ganz offen sagt, dass er Pech mit KHV hatte mehr vertrauen, als
zu jenen, die angeblich noch nie dieses Problem hatten. Ganz zu
schweigen von jenen, die in der Werbung behaupten, alle Fische zu
testen und dem Bestand KHV Freiheit durch einen Tierarzt attestieren
lassen. 

Und der Befall bei einem Händler, meist kommt es doch raus wenn er KHV
hatte, sei es durch das Fehlen aller Verkaufsfische, durch betroffene
Kunden, durch das Fernbleiben von Ausstellungen etc..

 

Es ist wie oben gesagt, mit heutigen Nachweismethoden nicht möglich diese
Werbeaussage zu treffen, man kann lediglich sagen, es wurde nichts
gefunden, was aber nicht heißt der oder die Fische sind mit 100%er
Sicherheit Virenfrei!

 

Was bedeutet das? Nun wir sollten tunlichst keinen Fisch ohne Quarantäne
bei entsprechender Temperatur und Dauer in unseren Teich setzen. Nach
Möglichkeit sollte der Koihändler selbst die Koi über Monate halten, um
sicher zu gehen, das KHV nicht ausbricht. Jede Lieferung sollte sauber
von der vorherigen getrennt werden, um eine Kreuzinfektion zu vermeiden
und den möglichen Verlust zu begrenzen.

 

Allerdings weiß ich nicht, ob das ausreicht. Denn letztlich beginnt das Problem
der Vermischung von Beständen schon in den Herkunftsländern. Züchter
verkaufen Fische untereinander um Blutlinien aufzufrischen und den
eigenen Bestand zu erweitern bzw. das eigene Angebot zu ergänzen. Hier
sind schon potentielle Quellen zur Verbreitung von KHV.

 

Gehen wir nun davon aus, bei einem Händler gekauft zu haben, der genauso
überrascht ist wie wir, wenn das Unheil dann doch ausbricht. Ich glaube
heute, wenn er es nicht wissentlich gemacht hat, kann man ihm keinen
Vorwurf machen. Wir müssen uns über das Risiko klar sein, welches jeder
neue Koikauf mitbringt! Das ist leider so.

Deshalb sollte für den Notfall immer Plan B möglich sein. Die Erfahrung einiger
Tierärzte belegt eindeutig, dass ein Aufheizen des Bestandes auf 32°C
KHV stoppt. Die Fische bleiben dann zwar infiziert, überleben aber und
sind äußerst vital.

Ein positives hat das ganze auch noch. Hat man dies erlebt, braucht man
keine Angst mehr zu haben, wenn man wieder einen infizierten Fisch
kauft.

Autor: Dr. Werner Hoedt, Wissenschaftliche Beratung durch Tauros Diagnostik, Oktober 2005

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